Medina
Hans-im-Glück-Verlag 2001

Medina; die: (arab.) islamische, nordafrikanische Altstadt mit verschachtelten Gebäuden, bunten Kuppeln und engen Gassen, die meist von einer mächtigen Stadtmauer umgeben ist.

Medina  Hans-im-Glück

Bei Medina handelt es sich um ein großes, strategisches Bauspiel für 3-4 Mitspieler ab etwa 10 Jahre. Eine erste Kritik gibt es hier. Medina wurde beim Deutschen Spielepreis 2001 nach Carcasonne (ebenfalls aus dem Hans-im-Glück-Verlag) zum zweitbesten Spiel des Jahres gewählt.

Neben einem großen Spielbrett verfügt das Spiel über 169 Holzteile (Gebäude, Ziegenställe, Spielfiguren, Türme, Dächer und Mauern), 8 Tafeln und 4 Sichtschirme.

Alle Spieler bauen gemeinsam die am Wüstenrand gelegene und zerfallene Altstadt wieder auf. Es entstehen prächtige Paläste, winklige Gassen und eine mächtige Stadtmauer. Zug um Zug werden die Paläste immer größer. Erst wenn ein Spieler einen Palast mit einem Kuppeldach versieht, wird das Gebäude in Besitz genommen und kann fortan nicht mehr vergrößert werden. Der Spieler, der zum Schluss die prächtigsten Paläste in bester Lage besitzt, gewinnt das Spiel. Viel Spaß!

Drei Spielvarianten

1. Die Danaer-Geschenke-Variante für 3-4 Mitspieler:
Die Spielvorbereitung entspricht derjenigen des normalen Spiels.
Bei den Spielzügen gibt es folgende Änderungen:

Der Spieler, der am Zug ist, wählt geheim ein beliebiges Holzteil (jedoch kein Dach) aus und nimmt es in seine Hand. Gleichzeitig nimmt jeder Mitspieler ebenfalls geheim ein beliebiges Holzteil (jedoch kein Dach) von  seinem Vorrat. Absprachen und Andeutungen sind nicht erlaubt. Das ausgewählte Holzteil bleibt zunächst verborgen in der Hand. Hat jeder Spieler ein Holzteil  ausgewählt, so wird es dem Spieler, der gerade am Zug ist, ausgehändigt. Der Spieler, der am Zug ist, darf bzw. muss im Spiel zu viert somit stets 4  Holzteile nach den üblichen Regeln verbauen. Er darf natürlich selbst bestimmen  in welcher Reihenfolge er die ausgewählten Holzteile verbaut.

Anschließend hat er zudem noch die Möglichkeit ein eigenes Dach auf einen Palast zu setzen.  Danach kommt sein linker Nachbar zum Zug. Erneut greift jeder Spieler geheim unter seinen Sichtschirm und händigt dem aktiven Spieler ein Holzteil aus.  Etc.

Besitzt ein Spieler keine Holzteile mehr oder nur noch Dächer, so legt er  seinen Sichtschirm beiseite und händigt dem aktiven Spieler kein Holzteil mehr aus. Ansonsten gelten alle Regeln des Grundspiels.

2. Variante française für 3-4 Mitspieler:
Ein neuer Palast darf erst dann begonnen werden, wenn ein vorhandener Palast derselben Farbe einen Besitzer gefunden hat. Ist beispielsweise ein kleiner orangefarbener Palast, der nur aus zwei Gebäuden besteht, von anderen Palästen umgeben und kann dieser nicht mehr erweitert werden, so darf man keinen neuen orangefarbenen Palast in einer anderen Ecke des Spielplans beginnen. Erst wenn dieser kleine Palast mit einem Dach versehen wurde, darf ein neuer orangefarbener Palast begonnen werden.

Dies führt natürlich dazu, dass solch ein kleiner Palast erst in der Endphase des Spiels in Besitz genommen wird und dass dann natürlich auch der Platz für weitere orangefarbene Paläste fehlt. In dieser Variante entstehen völlig neue taktische Elemente für Spieler, die bereits einen Palast besitzen.

Nach der ursprünglichen Regel darf man einen neuen Palast beginnen, wenn ein Palast derselben Farbe nicht mehr erweitert werden kann.

3. Spielvariante für 2 Mitspieler:
Eine Spielvariante für 2 Mitspieler von Brigitte und Wolfgang Ditt gibt es hier.

Medina als Onlinespiel
Medina wurde von dem Franzosen Fabien Gridel als Online-Spiel umgesetzt. Um mitspielen zu können, muss man sich mit einem beliebigen Phantasienamen und seiner e-mail-Adresse anmelden. Zur Anmeldung gelangt man, wenn man auf der Medina-Startseite auf das Wörtchen “l’inscription” klickt. Anschließend erhält man per e-mail ein Passwort, mit dem man sich einloggen kann. Entweder eröffnet man ein neues Spiel und wartet bis sich 3 andere Mitspieler dazugesellt haben oder man nimmt an einem Spiel teil, das bereits eröffnet wurde. Sobald der 4. Mitspieler seine Teilnahme zugesagt hat, geht’s los. Man erfährt stets per e-mail wann man am Zug ist. Pro Tag werden von jedem Spieler meist nur 1 bis 2 Züge gespielt. Eine Partie kann sich somit 2-3 Wochen hinziehen. Um keine Langeweile aufkommen zu lassen, spielen manche Spieler mittlerweile 10, 20 oder sogar 50 Spiele gleichzeitig. Alle Spielhinweise, Ranglisten, etc. sind zwar auf französisch gehalten, aufgrund der hervorragenden Grafik findet man sich jedoch schnell zurecht. Im Forum ist die Umgangssprache neben französisch mittlerweile auch deutsch und englisch.