Amazonas
Kosmos, 2005
Ein Familienspiel für 3-4 Forscher ab etwa 10 Jahre.

Amazonas

Jeder Spieler erhält einen Auftrag, den er vor den Mitspielern geheim halten sollte. Es geht darum im Urwaldgebiet des Amazonas ein Netz von Forschungsstationen aufzubauen. Die Auftragskarte eines Spielers zeigt an, in welchen 4 Dörfern er unbedingt eine Hütte errichten sollte.

Im Spielverlauf kommt es darauf an, seine Handkarten geschickt auszuspielen, den ein oder anderen Indio als Verbündeten zu gewinnen, Krokodilen auszuweichen, die Pläne der Mitspieler zu durchkreuzen und den Mitspielern immer eine Nasenlänge voraus zu sein.

Wer in einem Dorf zuerst eine Forschungsstation (Hütte) baut, hat die geringsten Baukosten. Nachfolgende Spieler müssen mehr Goldstücke berappen oder Umwege in Kauf nehmen. In manchen Dörfern können nämlich nur 1 oder 2 Hütten errichtet werden.

Wer eine Forschungsstation errichtet, erhält sofort ein Kärtchen einer seltenen Tier- oder Pflanzenart. Diese Kärtchen erhöhen die Forschungsgelder, die den Spielern im weiteren Verlauf des Spiels zur Verfügung stehen und führen am Spielende zu Siegpunkten, sofern man mindestens 3 gleiche Kärtchen, beispielsweise 3 Papageien, einsammeln konnte.

Amazonas Spielplan

Regelergänzung zu Amazonas
Die folgenden Regelergänzungen wurden  der Homepage des Kosmos-Verlags entnommen und wurden bereits in der holländischen und slowenischen Ausgabe des Spiels berücksichtigt. Insbesondere die zusätzlichen Siegpunkte führen zu einem spannenderen Endspiel und bieten zusätzliche taktische und strategische Möglichkeiten.

1. Forschungplättchen & Hütten: 
Die Forschungsplättchen sind in ihrer Anzahl begrenzt. Dies sollte man bei seinen Planungen berücksichtigen. Dennoch ist es natürlich erlaubt, auch dann eine Forschungshütte in einem Dorf zu errichten, wenn das zugehörige Forschungsplättchen nicht mehr erhältlich ist.

Auch die Forschungshütten jedes Spielers sind in ihrer Anzahl begrenzt. Daher sollte man seine Hütten nicht planlos verbauen. Denn wenn man seine 12 Hütten auf dem Plan errichtet hat, kann man keine weiteren mehr bauen und so unter Umständen seinen Auftrag nicht mehr voll erfüllen.

2. Gleichstandswerte: 
Die Gleichstandswerte auf den Einnahmenkarten sind nicht ganz ausgewogen. Wenn man die Gleichstandswerte aller Spieler addiert, erhält man zwar eine relativ ausgewogene Verteilung (100, 101, 102, 103), aber Weiß und Rot sind gerade bei den hohen Werten (Indio-6 und Orchidee-5) im Vorteil. Das kann durch folgende Regel teilweise ausgeglichen werden. Blau darf in der Startphase zuerst eine Hütte platzieren. Danach folgen Orange, Rot und zuletzt Weiß.

3. Zusätzliche Siegpunkte:
Der Spieler, der die meisten Forschungsplättchen in einem Forschungsbereich besitzt, erhält 2 zusätzliche Siegpunkte. Besitzen mehrere Spieler gleichviele Forschungsplättchen, so erhält jeder dieser Spieler 1 zusätzlichen Siegpunkt.

Die zusätzlichen Siegpunkte für die Mehrheit in einem Forschungsbereich gibt es unabhängig von der bisherigen 3-Plättchen-Regel. Besitzt ein Spieler die Mehrheit mit nur 2 Plättchen, so erhält er trotzdem 2 Siegpunkte.

Durch diese Wertungsvariante wird der Indio als Mehrheitenbeschaffer noch interessanter und auch teurer. Das Spiel wird gerade in der Endphase noch spannender, da sich erst dann entscheidet, welcher Spieler die Extrapunkte kassiert. Man kann gezielter gegen den Führenden spielen, indem man ihm die ein oder andere sicher geglaubte Mehrheit wieder abnimmt. Und es ist unter Umständen sogar möglich auch dann zu gewinnen, wenn man seinen Auftrag nicht voll erfüllt oder nur den 2er-Wertungs-Chip erhält.

Amazonas zu zweit
Im Forum der Spielbox wurde vor kurzem von Lorenz Kutschke eine Zwei-Personen-Variante für Amazonas beschrieben. Nach mehreren intensiven Testspielen wurde diese Variante von Silke Bansemer und Dirk Rösch präzisiert und weiterentwickelt.

Man spielt nur mit den beiden Wertungs-Chips 2 + 3.

Die 12 Hütten einer neutralen Farbe werden zwischen beiden Spielern aufgeteilt. Jeder Spieler erhält somit zusätzlich 6 Hütten. Jeder Spieler kann, sobald er zum Zug kommt, jeweils eine neutrale Hütte in ein Dorf setzen. Die neutralen Hütten werden kostenlos eingesetzt und dienen nur dazu, dem Gegner das Leben zu erschweren. So kann man gezielt auf Aktionen des Gegenspielers reagieren. Es bleibt jedem Spieler überlassen, ob er seine 6 Hütten gleich in den ersten 6 Runden einsetzt oder ob er sich ein paar neutrale Hütten für spätere Runden aufspart.

Für den Bau neutraler Hütten gelten folgende Einschränkungen:

1. Eine neutrale Hütte darf nicht auf den letzten Bauplatz eines Dorfes gestellt werden. In ein Dorf, in dem es nur einen einzigen Bauplatz gibt, kann somit keine neutrale Hütte gestellt werden.

2. In ein Dorf darf stets nur eine neutrale Hütte gestellt werden. Die Hütte kommt stets auf den billigsten freien Bauplatz.

3. In Dörfern mit nur zwei Bauplätzen darf man nicht eine eigene Hütte bauen und anschließend den zweiten Bauplatz mit einer neutralen Hütte besetzen. Es ist jedoch erlaubt, zuerst eine neutrale Hütte auf den billigeren Bauplatz zu setzen und anschließend auf dem teureren Bauplatz eine eigene Forschungsstation zu bauen. Wer ein Dorf für den Gegenspieler sperren möchte, muss somit für die Errichtung der eigenen Hütte 1 Goldstück mehr bezahlen.

Zusätzliche Siegpunkte: Der Spieler, der in einem Forschungsbereich die meisten Plättchen besitzt, erhält 1 zusätzlichen Siegpunkt. Besitzt ein Spieler beispielsweise 4 Schmetterlinge und damit die alleinige Mehrheit, so zählen diese Forschungs-Plättchen 5 Punkte (4+1).

Viel Spaß